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Was ist eigentlich
eine Depression?
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Diese Frage habe ich oft gestellt bekommen,
wenn ich über mich und meine Geschichte gesprochen habe. Daher
habe ich mir gedacht, ich werde hier - nur kurz- auf die wichtigsten
Fragen eingehen. Vielleicht hilft das dem ein oder anderen, für
sich die Frage zu klären, was Depressionen überhaupt sind
oder auch wie man sie erkennen kann.
Die Symptome, die für eine Depression relevant sein können,
kann man sinnvoller Weise in folgende Bereiche einteilen:
Gefühle
Bei einer Depression zeigt sich eine Verschiebung der Grundstimmung.
Im Vordergrund steht eine traurige Stimmung. Depressive fühlen
sich freudlos und niedergeschlagen. Sie erleben sich als apathisch,
lustlos, mit einem Gefühl der "inneren Leere". Sie
können jedoch auch innere Unruhe erleben und über Ängste
klagen. Die Stimmung kann sich zudem in einer mürrischen Gereiztheit
zeigen.
Gedanken
Depressive Menschen zeigen ein verlangsamtes Denken. Sie grübeln
viel, und die Gedanken kreisen meist um depressive Inhalte. Die
Gedanken sind negativ, pessimistisch, Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft werden in schwarzen Farben bewertet. Die eigene Person wird
als unzulänglich und Minderwertig eingeordnet. Es können
Selbstvorwürfe auftreten, die sich bis hin zu Suizidgedanken
steigern können. Darüber hinaus ist der Depressive jedoch
der festen Überzeugung, die Dinge so zu sehen, wie sie "wirklich"
sind. Er ist von der Richtigkeit seiner Gedanken völlig überzeugt.
Antrieb und Motorik
Körperlicherseits zeigen sich meist Schlafstörungen und
Appetitverlust. Bei manchen Betroffenen ist der Appetit jedoch gesteigert.
Darüber hinaus berichten Depressive oft über Schmerzen
und Körpersensationen: Druck und Engegefühl in der Herzgegend,
Schmerzen im Schulter- und Armbereich oder an anderen Gelenken,
Kopf- oder Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden. Die Sexualität
ist im allgemeinen herabgesetzt. Es besteht kaum noch Interesse
an sexueller Lust oder Aktivität.
Interaktion
Die Interaktion, d.h. das Zusammensein mit anderen Personen, nehmen
mehr und mehr ab. Der Depressive zieht sich zunehmend von Sozialkontakten
zurück und isoliert sich. Er verliert dabei das Gefühl
für den anderen: er meidet immer häufiger den Blickkontakt
mit seinen Mitmenschen, nimmt Signale von anderen nicht mehr ausreichend
wahr, und seine sprachlichen und umgangsmäßigen Fähigkeiten
verkümmern mit der Zeit.
Die genannten Symptome treten natürlich nicht isoliert voneinander
auf sondern haben einen Bezug zueinander. So kann es Beispielsweise
sein, daß der Depressive aufgrund seiner traurigen Stimmung
und seiner zunehmenden Konzentrationsproblematik die Überzeugung
gewinnt, nicht mehr in der Lage zu sein, die anfallenden Aufgaben
innerhalb der Familie oder des Berufes zu bewältigen. Zudem
erwartet er von den Tätigkeiten, die ihm früher sehr viel
Freude bereitet haben, keine Befriedigung mehr. Er beginnt damit,
sich mehr und mehr zurückzuziehen, weniger Aktivitäten
auszuüben und soziale Kontakte zu reduzieren. Er bewertet sich
als unfähig und minderwertig, definiert sich als Versager.
Je negativer seine Interpretation über sich selbst und die
gegenwärtige Situation ist, desto mehr zieht er sich zurück
und desto weniger Erfolge kann er erleben. Je weniger Erfolge auftreten,
desto negativer sind die Gedanken und umso mehr nimmt die negative
Stimmung zu.Sie merken es selbst an dieser Stelle, der depressive
Mensch ist in der sog. Depressiven Spirale gefangen und läuft
Gefahr, zunehmend stärker hinunter gezogen zu werden.
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Die unterschiedlichen
Formen der Depression
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Vereinfacht dargestellt unterscheiden wir drei Formen der Depression:
Somatogene Depression
Bei dieser Form wird eine körperliche Erkrankung ursächlich
für die Entwicklung der Depression angesehen, die sich im Zusammenhang
mit dieser Erkrankung entwickelt. So können z.b. Depressionen
bei der Entwicklung eines Hirntumors oder einer Herzinsuffizienz
auftreten. Aber auch vor oder nach körperlichen Erkrankungen
können sich Depressionen zeigen. (Krebs, Parkinson, Hepatitis)Somatogene
Depressionen treten recht selten auf.
Endogene Depression
Auch diese Form der Depression tritt relativ selten auf. Hierbei
verdichten sich die Hinweise darauf, daß biochemische Faktoren
im Hirnstoffwechsel als ursächlich angesehen werden können.
Leider ist jedoch deren genaue Wirkungsbeziehung zur Depression
noch nicht geklärt. Ebenso bleibt die Frage derzeit noch unzureichend
beantwortet, ob die biochemischen Faktoren die Depression verursachen
oder aber äußere Faktoren, wie z.b. Streß und Belastung,
die biochemischen Reaktionen bedingen.Bei einer Form der endogenen
Depression, der sog. Bipolaren Form- hier können sowohl depressive
wie auch manische Phasen auftreten- wird ein Vererbungsfaktor angenommen.Eine
endogene Depression zeigt sich darin, das entweder nur depressive
Phasen aufteten, seltener rein manische und ebenfalls selten die
oben erwähnte bipolare Form.
Psychogene Depression
Dieses sind die am häufigstens vorkommenden Depressionen. Nach
Einschätzungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nimmt
diese Form der Depression an Häufigkeit in den letzten Jahrzehnten
zu. Hierbei sind umweltbedingte Gründe als Ursache anzusehen.
Es handelt sich dabei häufig um kritische Lebensereignisse,
die im Zusammenhang mit der Depression stehen, wie Verlust- oder
Trennungserlebnisse.Aber auch überforderung durch die Arbeit
oder Verlust des Arbeitsplatzes. Mit Depressionen reagieren vornehmlich
dann jene Menschen auf derartige Ereignisse, die in ihrer Kindheit
Trennungen von ihren Eltern erlebt haben, ohne dabei ausreichend
von Bezugspersonen unterstützt worden zu sein, oder Menschen,
die zu wenig Zuwendung und Liebe bekommen haben oder Traumatisierungen
ausgesetzt worden sind, wie z.b. sexueller Mißbrauch oder
Dissonanzen in der Familie.
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