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Allgemeines
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Was heißt SUCHT?
Sucht und Abhängigkeit haben in unserem Sprachgebauch nahezu die gleiche Bedeutung. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat allerdins das Wort "Sucht" durch "Abhängigkeit" ersetzt, weil Sucht in der Vergangenheit oft sehr negativ bewertet worden ist. Das Wort Sucht kommt nicht von "suchen" sondern leitet sich ab von "siech", d.h. krank sein. Laut Duden hat man Sucht früher übertragen für Sünde und Leidenschaft gebraucht. Das Sündige klingt auch heute noch manchmal an, wenn man über Sucht spricht. Eine suchtähnliche Entwicklung kann fast alle menschlichen Aktivitäten erfassen, denn kein Bedürfnis des Menschen ist instinktartig begrenzt. Den Begriff "süchtig" verwendet man aber meistens erst dann für ein Verhalten, wenn ein Verlust von persönlicher Freiheit damit verbunden ist, wenn man sich in bestimmter Hinsicht nicht mehr ausgewogen entscheiden kann. Das betreffende Verhalten mag einen selbst oder andere zwar stören, aber man hört trotzdem nicht auf damit. In dieser Hinsicht hat Sucht Ähnlichkeit mit den sogenannten zwanghaften oder manischen Verhaltensweisen. Dieser Freiheitsverlust ist eine Beschädigung der Menschenwürde und deshalb für manche Süchtige der zentrale Grund zur Umkehr. Solange jemand seinen Leidenschaften frönt oder sich ausschweifenden Genüssen hingibt, ohne daß seine Gesundheit, soziales Eingliederung oder Arbeitsfähigkeit darunter leiden, wird ihn kaum jemand als süchtig oder gar suchtkrank bezeichnen. Dies tut man erst, wenn diese Werte verletzt werden, wenn das gesamte Interessenfeld des Menschen sich einzuengen beginnt und das sich dranghaft äußernde Verhalten immer öfter, aber mit immer weniger Befriedigung auftritt. Was ist Alkohol??? Wenn wir von Alkohol sprechen, denken wir in erster Linie an Äthylalkohol (C2H5OH)Alkohol entsteht durch Gärung von Zucker. Es handelt sich um einen natürlichen Vorgang, wobei Zucker durch Hefe in Äthanol und Kohlendioxyd umgewandelt wird. Das Wort "Alkohol" kommt aus der arabischen Sprache und bedeutet dort soviel wie "Das Feinste" Seit wann kennen wir Alkohol??? Bereits der Cro-Magnon Mensch (ab 40.000 v.Chr.) kannte sich wahrscheinlich mit der Herstellung vergorener Getränke aus. Gezielt hergestellt wurden vergorene Getränke mit Sicherheit ab der Zeit der Entstehung der Landwirtschaft, d.h. ab der Mittelsteinzeit zwischen 10.000 und 5000 v. Chr. Als besondere Stoff wurde Alkohol vom Menschen erst sehr viel später, ungefähr um das Jahr 1000 n. Chr. , infolge der Erfindung der Destillation entdeckt. Welche Wirkung hat Alkohol??? Von der Wirkung auf den Gesamtorganismus her gesehen ist Alkohol eigentlich zuallererst ein Zellgift, das schädigt. Zerstörerische Auswirkung auf den menschlichen Körper treten mit hoher Wahrscheinlichkeit ab einer durchschnittlichen Menge von 40g Alkohol auf. (40g= ca.1 Liter Bier) Bei Einnahme größerer Alkoholmengen kommt es zu einem Anstieg der Nebennierenhormone, so das Alkohol zwar die Seele beruhigt aber im Organismus eine Streßreaktion auslöst. Von der Wirkung auf das Zentrale Nervensystem her gesehen ist Alkohol ein Beruhigungsmittel.
Wieviel Alkohol verträgt der Körper??? Das Wunderwerk des menschlichen Körpers ist unglaublich anpassungsfähig. Deshalb verarbeitet er ziemlich klaglos sogar über lange Zeit hinweg Mengen des Zellgifts Alkohol, die ihn tatsächlich bereits schädigen. Alkohol schädigt bei genügender Konzentration jede Körperzelle, weil er den Zellen Wasser entzieht. Als Richtschnur der Ärzte gilt: 60g Alkohol, vom Mann täglich über lange Zeit getrunken, schädigt mit Sicherheit die Leber! Selbst 40g täglicher Alkoholkonsum stellt schon eine deutliche Gefährdung dar, vor allem für das Gehirn. Bei der Frau genügen bereits 20g Alkohol, täglich über längere Zeit getrunken, um mit erhöhter Wahrscheinlichkeit einen schweren Leberschaden hervorzurufen. Bei einem täglichen Alkoholkonsum von 70g kommt es bei einem Mann zu einer verdoppelung, bei der Frau sogar zu einer verhundertfachung der Zirrhosehäufigkeit. Diese Richtwerte sind Richtig! Daran ändert sich auch nichts, wenn man einen Onkel, Tante, Opa oder sonstigen Bekannten hat, der trotz vielen Trinkens alt geworden ist. Wer solche Ausnahmefälle als Richtschnur für sein Verhalten nimmt, dürfte sicher auch ein Anhänger des "Dummspruchs" sein: Trinst du- stirbst du, trinkst du nicht, stirbst du auch! Wie wird die Konzentration des Alkohols im Blut ausgedrückt??? Sie wird in Promille ausgedrückt. Das bedeutet, das auf einen Liter Blut ein Milliliter reiner (100%iger) Alkohol kommt. Infolgedessen ist die Promillezahl auch vom Körpergewicht bzw. der Menge Flüssigkeit im Körper abhängig, auf die sich der Alkohol verteilen kann. Trinkt zum Beispiel ein Mann mit einem Körpergewicht von 50kg einen halben Liter Bier (ca.20g Alkohol) in einem Schluck, so findet man bei ihm nach einer Stunde den Wert von 0,54 Promille. Ein Mann der 90kg wiegt und dieselbe Menge trinkt, hat jedoch nur 0,32 Promille. Allerdings ist das ganze noch etwas komplizierter, da Geschlecht, Verträglichkeit und Trinkdauer eine zusätzliche Rolle spielen. Verteilt sich das Trinken über längere Zeit, so muß vom errechneten Wert noch die abgebaute Alkoholmenge abgezogen werden, die auch in Abhängigkeit vom Körpergewicht bestimmt wird: Dieses sind pro Stunde ca. 0,15% Wieviele Suchtkranke gibt es? Alkoholismus ist neben den Herz- und Kreislaufkrankheiten und dem Krebs eine der größten Belastungen der Volksgesundheit und des sozialen Lebens. Nach den offiziellen Schätzungen beträgt der Anteil der Alkoholiker in Deutschland mindestens 3,25% der Gesamtbevölkerung, was eher zu niedrig als zu hoch geschätzt sein dürfte. Dieser Wert entspricht einer Gesamtzahl von 2,6 Millionen Alkoholikern. Der Anteil der Frauen beträgt heute ungefähr 30%. Vor 25 Jahren waren es noch lediglich 10%! Eine wissentschaftliche Studie aus Oberbayern, die repräsentativ für ganz Deutschland sein dürfte, erbrachte eine Steigerung der Rate alkoholkranker Männer zwischen den 70er und 80er Jahren von 4,6 auf 8,9 Prozent! Alkoholabhängig sind nach dieser Studie an ländlicher Region aber nur 0,4 Prozent der Frauen. Aufgrund von statistischer Berechnungen läßt sich ableiten, daß 8% der männlichen über 15 Jahren alten Bevölkerung mehr als 150 ml. Alkohol täglich trinken. Diese Menge führt erfahrungsgemäß immer zu Problemen körperlicher, seelischer oder sozialer Art, so daß die oben genannte Zahl von 2,6 Millionen zu niedrig sein dürfte. Die Zahl derjenigen, die als erheblich alkoholgefährdet anzusehen sind, dürfte darüber hinaus noch etliche Millionen betragen. Von den vielen Suchtkranken waren 1995 nur 34.000 Alkoholiker wegen Alkoholabhängigkeit in einer Entwöhnungsmaßnahme, die von Sozial oder Rentenversicherungen getragen wird. Man muß zu dieser Zahl zwar noch einige anderweitige finanzierte Entwöhnungsbehandlungen hinzurechnen, aber insgesamt sind es doch nicht mehr als 2% aller Alkoholkranken, die pro Jahr stationär entwöhnt werden. In dieser Zahl sind natürlich nicht all diejenigen Fälle enthalten, die kurzfristig akut in Krankenhäuser und Psychiatrien eingewiesen werden (ca. 125.000 pro Jahr) |
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