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Vom vernebelten Blick zur Selbstaufmerksamkeit:
Die Bedingungen von Mißbrauch und Abhängigkeit erkennen
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Wann spricht man von Mißbrauch???
Die Grenzen in unserer Kultur von dem anerkannten Gebrauch von Alkohol als Genußmittel und dem Mißbrauch von Alkohol sind eigentlich klar- aber in der Bevölkerung relativ unbekannt. Außerdem sind die Grenzen eher an den Gesundheitsrisiken als am tatsächlichen Umgang mit Alkohol orientiert. Mißbrauch liegt dann vor wenn:
"Das soll Mißbrauch sein?" fragt mancher, der dies liest, "dann betreibt doch die Mehrheit der Bevölkerung zumindest zeitweise immer wieder Mißbrauch!?" Die einzig richtig Antwort darauf ist: Ja! Falls Ihnen nicht klar sein sollte, wie verschwommen die Grenzen zwischen Gebrauch und Mißbrauch sind, stellen Sie sich folgende Fragen und suchen Ihre Antworten darauf:
Man unterscheidet zwei Typen von Trinkern, die Mißbrauch betreiben: Gewohnheitstrinker: Trinkt regelmäßig um sich in Ordnung zu fühlen. Bei seiner weiteren Entwicklung steht beim ihm die körperliche Gewöhnung und Abhängigkeit im Vordergrund. Er wird am ehesten auffällig durch Angetrunkensein bei unpassenden Gelegenheiten oder durch körperliche Folgeerkrankungen. Problemtrinker: Betrinkt sich bewußt oder kann nach dem Anfangen nur schwer wieder aufhören. Er behandelt Mißhagen, seelische Nöte oder Minderwertigkeitsgefühle durch das Trinken. Der Problemtrinker zeichnet sich später zuerst durch die psychische Abhängigkeit aus, die aber schon bald durch die körperliche Abhängigkeit überlagert werden kann. Ist Abhängigkeit erblich??? Alkoholismus ist sicher nicht so eindeutig vererbbar wie zum Beispiel die blaue Augenfarbe oder wie bestimmte Erbkrankheiten. Es ist allerdings seit langem bekannt, das sich in bestimmten Familien der Alkoholismus häuft. Nach einer amerikanischen Untersuchung haben Kinder von Alkoholikern ein vierfach höheres Risiko, selbst alkoholabhängig zu werden. Es scheint so das manche Leute anders auf Alkohol reagieren als die übrigen und das sich die Empfindlichkeit vererben kann, wie Untersuchungen aus der Forschung mit Zwillingen und zwischen verschiedenen menschlichen Rassen zeigen. Das heißt jedoch nicht, das Abhängige befürchten müssen, das ihre Kinder zwangsläufig auch süchtig werden. In diesem direkten Sinne ist Abhängigkeit nicht erblich. Gemeint ist hier nicht nur die mögliche biologische Vererbung, sondern auch die soziale Vererbung. Damit sind Lernvorgänge gemeint, von denen man bewußt vielleicht nichts mitbekommt. Die Kindern in Alkoholikerfamilien sind Bedingungen ausgesetzt, die sie selbst oft als ganz normal empfinden, und sie scheinen für Außenstehende oft erstaunlich unbeschadet heranzuwachsen. Aber manchmal täuscht der Schein. Als Erwachsene zeichnen sich Kinder von Alkoholikern im Unterschied zu anderen oft in der stärkeren Ausprägung folgender Merkmale aus:
In jedem Fall aber sollten 2 Regeln beherzigt werden: Damit Kinder aus den widersprüchlichen Botschaften, die in Alkoholikerfamilien fast immer vorherrschen, zu einer eigenen Klarheit finden, darf erstens das Thema der Sucht eines Elternteils nicht totgeschwiegen werden und zweitens sollten die Eltern rechtzeitig (therapeutische) Hilfe in Anspruch nehmen, falls sie die oben beschriebenen Symptome wahrnehmen. Körperliche Ursachen für Abhängigkeit Es gibt keine körperliche Ursache, die zwangsläufig zum Alkoholismus führt. Seelische Ursachen für Abhängigkeit Es gibt keine einheitlichen Merkmale bei Personen, die später abhängig werden. Wohl aber findet man bei Abhängigen häufiger bestimmte Eigenschaften: Tendenz zur Problemvermeidung, Selbstunsicherheit, Hemmungen, Abhängigkeit von anderen, geringe Fähigkeit sich selbst zu beherrschen, geringe Frustrationstoleranz, .... Allerdings ist es oft so, das diese Eigenschaften eher die Folge, als die Ursache des übermäßigen Alkoholkonsums sind. Denn eines steht fest: Jeder Mensch kann abhängig werden, egal ob Direktor, Bettler, Professor, Beamter, Angestellter, Hausfrau, Bauer oder Arzt. Und das selbe, was für die berufliche oder gesellschaftliche Stellung gilt, gilt auch für die Charaktereigenschaften. In vielen Fällen scheint es so zu sein, daß es nicht so sehr einzelne Persönlichkeitseigenschaften sind, die für Suchtmittel leichter verwundbar machen, sondern es ist die gesamte Lebenseinstellung des einzelnen. Rolle der Arbeit für Abhängigkeit Menschen aus allen Schichten und Berufen sind alkoholabhängig. Allerdings sind die unteren sozialen Schichten bei Alkoholproblemen überrepräsentiert. Wichtiger als der jeweilige Beruf ist aber, daß man überhaupt eine abgeschlossene Berufsausbildung hat und über einen entsprechend sicheren und guten Arbeitsplatz verfügt. Arbeitslosigkeit ist daher ein großer Risikofaktor. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fand heraus, daß Belastung am Arbeitsplatz häufig durch Alkohol bewältigt wird. Sie schließt dies daraus, daß nur 4% der weniger belasteten aber 23% der stark belasteten Arbeitnehmer bei ihrer Arbeit den Alkohol stets in greifbarer Nähe haben. Bei Frauen ist der Griff zu Medikamenten noch häufiger: 63% der Frauen mit hoher Arbeitsbelastung greifen zu Schmerzmitteln. Außerdem sind sowohl alleinstehende Frauen als auch alleinstehende Männer häufiger Alkoholiker als verheiratete. Körperliche Hinweise auf Alkoholprobleme Veränderungen körperlicher Art sind oft ein besserer Hinweis auf Alkoholprobleme als Verhaltensänderungen und psychosoziale Probleme. Zu den körperlichen Merkmalen zählen wir insbesonder:
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